Handys in Kinderhänden - wirklich keine Gefahr?

Schon bei den Kleinsten sind sie Kult. Sie sind verlockend - als Statussymbol, als Kommunikationsmittel, zum Hören von Musik oder einfach nur zum Spielen - Handys.

Lag das Durchschnittsalter, in dem ein Kind das erste Handy bekommt 2006 bei etwa 10 Jahren, kann man heute davon ausgehen, dass schon viele Grundschulkinder in den unteren Klassen ein Handy besitzen; und die Hersteller umwerben schon offensiv die Kindergartenkinder.

Es stellt sich dabei ernsthaft die Frage: Sind Handys wirklich so harmlos, wie es immer heißt? Gibt es gesundheitliche Risiken? Brauchen die Kinder wirklich schon in diesem Alter ein Handy? Erhöhen sie tatsächlich die Sicherheit der Eltern?
Mit diesem Thema beschäftigt sich die Baubiologin Dorothee Meyer aus Buchholz.

Der vorsorgende Gesundheitsschutz ist das Schwerpunktthema ihrer Arbeit und da gehört der verantwortungsvolle Umgang mit der drahtlosen Technik dazu.

Die Faszination der Kinder für diese Technik ist verständlich und die Entwicklung kann auch niemand zurückdrehen. Trotzdem sollte bei der Verwendung dieser Medien die vorhandene Strahlung nicht vergessen werden. Es gibt bisher keine Langzeitstudien, die die Folgen der dauernden Belastung durch elektromagnetische Felder, besonders auf den empflindlichen Organismus der Kinder, abschließend klären können.
Es wird viel darum diskutiert und leider häufig verharmlost; aber eine große Anzahl seriöser Studien können eine gesundheitliche Beeinträchtigung belegen. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz wirbt für einen kritischen und vorsorgenden Umgang mit diesen neuen Medien zum Schutz der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Verantwortungsvoller Umgang mit dem Handy

Mit Ihrem Workshop "Handykinder - ständig unter Strom" erläutert Dorothee Meyer den Kindern Hintergrundwissen zur Funktionsweise von Handys. Mit spannenden Experimenten wird ihnen gezeigt, dass beim Benutzen des Handys Strahlung auftritt, die wir als Menschen nicht wahrnehmen können, die man aber durch die eigene Verhaltensweise sehr gut reduzieren kann.

Am Ende des Projektes steht das Erlangen des "Handyführerscheins". Dabei haben die Kinder in Gruppen einen kritischen und bewussten Umgang mit dem Handy herausgearbeitet, der ihnen eine Nutzung des Handys bei geringerer Strahlenbelastung erlaubt. Das Projekt bietet Frau Meyer in den Klassenstufen 4 - 10 an und es kann begleitend in den Unterricht eingebaut werden.

Für jüngere Kinder ist es wichtig, ein Bewusstsein bei den Eltern zu schaffen. Hierzu können Vorträge in Kindergärten und Schulen gebucht werden. Auch für Erwachsene ist es spannend einmal mit Hilfe von Messgeräten zu hören und zu sehen, was bei der Benutzung eines Handys passiert. Abgerundet wird das Ganze dann mit einem Einblick über die Vorgänge, die im Organismus bei der Dauerbelastung mit elektromagnetischen Strahlen möglicherweise ablaufen.

In diesen Vorträgen werden nicht nur Möglichkeiten zur Strahlenreduzierung im Umgang mit Handys gezeigt; auch Reduzierungsmöglichkeien der Strahlenbelastung durch WLAN, Schnurlostelefone und Bluetooth im eigenen Haus werden angesprochen.